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Vom 19. Jahrhundert in
die Gegenwart:
Die Fürsten zu Leiningen
1779 wurde Graf Karl Friedrich Wilhelm
von Leiningen-Dagsburg-Hardenburg in den Reichsfürstenstand erhoben.
Dem neuen Fürstentum Leiningen mit Sitz in Bad Dürkheim sollte nur
eine kurze Existenz beschieden sein: Schon 1794 fielen im Verlauf
der Revolutionskriege französische Truppen in die Pfalz ein und
zerstörten das Dürkheimer Schloss völlig.
Die zur Flucht gezwungenen Fürsten von
Leiningen wurden 1803 für ihre linksrheinischen Güter entschädigt.
Die zugesprochenen Territorien wurden in Besitz genommen, und man
ging sofort daran, die Verwaltungseinrichtungen der ehemaligen
Kurfürstentümer Pfalz und Mainz und des Bistums Würzburg neu zu
organisieren. Erfolgreich war besonders die Neuordnung der oberen
Verwaltungs-, Forst- und Justizbehörden, während die unteren Ebenen
zunächst in der überkommenen Form weiterbestanden. Die hierzu 1805
begonnen Reformen kamen nicht mehr zur Ausführung, denn der am 12.
Juli 1806 zwischen Frankreich und 16 deutschen Fürsten
abgeschlossene Rheinbund brachte mit der Rheinbundakte auch für das
Fürstum Leiningen das Ende der Souveränität und zwar zugunsten des
Großherzogtums Baden, dem gemäß Art. 26 RBA sämtliche
Souveränitätsrechte zufielen. Eine staatsrechtliche Änderung gab es,
als Baden aufgrund des Staatsvertrages vom 8. September 1810 die
ehemaligen Leiningischen Ämter Amorbach und Miltenberg an das
Großherzogtum Hessen-Darmstadt abtrat. Im Jahre 1816 gingen diese
Ämter mit Ausnahme einiger Ortschaften, die bei Hessen verblieben,
an Bayern.
Das ehemalige Fürstentum war jetzt
lediglich Standesherrschaft, der jedoch bis 1848 die Ausübung von
Justiz- und Polizeigewalt oblag. Das Fürstenhaus engagierte sich
jedoch weiterhin im Schul- und Erziehungswesen, im Straßen- und
Wegebau, bei der Verbesserung der kommunalen Infrastruktur.
Auch Queen Victoria, die Halbschwester des Fürsten Karl zu Leiningen,
der 1848 erster Präsident des Paulskirchen-Kabinetts war,
unterstützte die karitativen Anstrengungen des Fürstenhauses mit
namhaften Stiftungen.
Auch im 20. Jahrhundert engagierte sich das Fürstenhaus auf vielen
Gebieten: Sanierungsmaßnamen an der barocken Klosteranlage und der
staufischen Wildenburg, die Einrichtung eines Heimatmuseums im frei
gewordenen Gerichtsgebäude, die Förderung des Tourismus und der
Neubau der abgebrannten Lateinschule sind hier besonders zu
erwähnen.
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