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Vom Mittelalter zur Neuzeit:
Die Grafen von Leiningen
Mitglieder der Grafenfamilie von Leiningen
gelangten schnell in hohe Ämter und Würden, was neben günstigen
Heiratsverbindungen zu einem raschen Zuwachs von Besitzungen und
Rechten führte. 1205 wurde Graf Friedrich I. Emich von König Philipp
von Schwaben mit der Vogtei über die bei Bad Dürkheim gelegene
Benediktinerabtei Limburg betraut und begann mit dem Bau der
Hardenburg. Nachdem das erste Haus Leiningen 1220 in männlicher
Nachfolge ausgestorben war, setzte der Sohn Graf Simons II. von
Saarbrücken und der Leiningerin Liutgard als Graf Friedrich II. von
Leiningen die Familie fort. Vermutlich dieser Graf Friedrich wird in
der Manessischen Liederhandschrift als kämpfender Ritter und
Minnesänger abgebildet. Eine nach der Reichsburg Landeck benannte
Seitenlinie Leiningen-Landeck existierte zwar nur von 1257-1290,
sorgte aber vor 1268 durch Graf Emich IV. für die Gründung der Stadt
Landau. Einen gravierenden Einschnitt bedeutete die innerfamiliäre
Besitzteilung von 1317: Friedrich V. führte die ältere Linie weiter
und benannte sie zusätzlich nach der 1228 durch Heirat in
Leiningischen Besitz gekommenen vogesischen Grafschaft Dagsburg.
Dagegen begründete Graf Jofried die neue, jüngere Linie, die sich
mit Leiningen-Hardenburg betitelte. Eine prachtvolle
Bilderhandschrift, die anlässlich des Romzuges Heinrichs VII. 1312
angelegt wurde, zeigt Jofried mit Topfhelm, Schwert und Wappenschild
(drei Adler auf dunklem Grund). Die ältere Linie Leiningen-Dagsburg
bestand für 250 Jahre bis zum Tod Hessos von Leiningen 1467 und fiel
mangels männlicher Nachkommen an den Ehemann seiner Schwester
Margarethe, Reinhard III. von Westerburg.
Die jüngere Linie Leiningen-Hardenburg
begründete um 1330 weitere Seitenzweige unter den Grafen Fritzmann
(um 1330 Leiningen-Rixingen) und unter Hesso (nach 1500
Leiningen-Apremont). Die 1467 nach dem Aussterben der älteren Linie
rückgefallene Grafschaft Dagsburg hatte nach einer erneuten Teilung
1560 die Aufspaltung in die beiden Linien
Leiningen-Dagsburg-Hardenburg und Leiningen-Dagsburg-Falkenburg zur
Folge.
Von den zahlreichen Residenzorten und -schlössern
(Heidesheim, Guntersblum, Emichsburg), kam der im 16. Jahrhundert
mit gewaltigen Befestigungen ausgebauten Hardenburg lange Zeit die
größte Bedeutung zu. Erst 1725 wurde die Residenz von dort nach Bad
Dürkheim verlagert, wo mit dem Bau eines weiträumigen Schlosses mit
Marstall, Kaserne, Theater und Lustgarten begonnen worden war.
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